BIO-Honig – für eine starke Immunabwehr

Jan 20, 2021 | Bioblog

Honig wird in der traditionellen Erfahrungsheilkunde zur Stärkung der Immunkraft seit jeher hoch geschätzt. Und in Franken haben wir ausgezeichnete Imker, speziell auch Bio-Imker. Bio-Imker Thorsten Franz vom Streuobsthof in Löhmar zwischen Hof und Kronach haben wir im tiefsten Frankenwald aufgrund seiner ausgefallenen Honigsorten entdeckt. Er imkert seit etwa 15 Jahren. Sein Wissen erwarb er u.a. auf Reisen „beim Imkern gibt es in Europa so viele Traditionen wie Sprachen“. Seit 2020 ist er nun professioneller Imker (was in Deutchland relativ selten ist). Thorsten Franz ist unser Experte zum Thema „Honig für die Immunkraft“. Denn eine robuste Immunabwehr kann in Coronazeiten entscheidend sein. Davon abgesehen möchten wir mit diesem Artikel noch weitere interessante Fragen unserer Kunden beantworten: Was macht Bio-Honig besonders? Ist Honig „gesünder“ als Zucker? Thorsten Franz vom Frankenwälder Streuobsthof in Löhmar stellt uns seine Spezialsorten vor und erklärt uns, worauf es beim Honig ankommt …

ERNÄHRUNGS-TIPP: BIO-Honig-Spezialitäten aus dem Frankenwald

Thorsten Franz nutzt die biologische Vielfalt des Frankenwaldes, um außergewöhliche Sorten zu erzeugen. Der seltene Himbeerblütenhonig z.B. entsteht im üppigen Pionierbewuchs von Waldhimbeeren nach dem Wegfall der Fichten.

„Sie sind so reich an Nektar, ein wahres Naturwunder…“

  • Frühlingshonig:  Beliebt bei Kindern, bei Pollenallergie zur Desensibilisierung. Mischhonig der Frühlingsblüher, Löwenzahn, Raps, Obstblüten.
  • Sommerhonig: Der Allrounder, vielfältig einsetzbar für Müslis und zum Kochen
  • Lindenhonig: Geerntet von alten Lindenbäumen. Typisch minziger Geschmack, bei Atemwegserkrankungen.
  • Wildblütenhonig: Sehr runde Komposition aus Blütenhonig und Honigtauhonig, ideal zur Brotzeit aufs Brot.
  • Waldhonig: kräftig, würzig, malzig. Enthält viel mehr Mineralstoffe und Polyphenole als Blütenhonige. Ideal für Desserts, Salaten oder Saucen. 
  • Tannenhonig: Rarität! Honigtauhonig von Weißtannen, enthält viel mehr Mineralstoffe und Polyphenole als Blütenhonige, Trockenpflaumenaroma. 
  • Himbeerblütenhonig: Rarität! Obstblütenhonig aus dem Nektar der Waldhimbeere …

 

 

 

Ist Honig in der Ernährung gesünder als Zucker?

Thorsten Franz:

„Honig enthält Glucose, Fructose und weiter 20 Zuckerarten. Durch die vielen Zuckerarten wird er im Körper wesentlich langsamer verstoffwechselt als Haushaltszucker. D.h. die Energie wird gleichmäßiger aufgenommen: Das baut Heißhungerattacken, wie Zuckerkonsum sie auslöst, vor. Und es entlastet die Bauchspeicheldrüse. Honig gilt darum auch für Diabetiker als Alternative. Dies ist allerdings mit dem Arzt zu besprechen. Außerdem enthält Honig wertvolle Vitamine z.B. C, B1, B2, B5, B6 und Spurenelemente wie Chrom und Eisen, Aminosäuren z.B. Prolin, Tryptophan, Pollen, Enzyme und immunstärkende Polyphenole. Honig ist daher ein wertvoller Energiespender und hochpotenter Immunbooster.“

WICHTIG: Honig ≠ Honig!

Nicht immer ist Honig drin, wenn Honig draufsteht. Ein Skandal! Bei den „World Beekeeping Awards“ der Apimondia 2019 wurden darum 46% der eingereichten Honige disqualifiziert.
Fundierte Infos finden Sie auf der Online-Plattform „Bienenjournal“ für Imker.

… und Honig hat ja auch als „Heilmittel“ Tradition…

„In der traditionellen Naturheilkunde schätzt man Honig als antibakteriell, antiviral, antiparasitär, antioxidativ, entzündungshemmend, entgiftend und konservierend. Ein bis zwei Eßlöffel am Tag* – als Brotaufstrich, zum Süßen von Getränken, Salaten, Dressings, Saucen leisten da einen wertvollen Beitrag, erst gar nicht krank zu werden. Noch ein Tipp: damit die volle Wirkkraft erhalten bleiben, nicht über 40°C erhitzen.“

* natürlich statt und nicht zusätzlich zu anderen Süßungsmitteln (Anmerkung der Redaktion)

Was macht Bio-Honig für Mensch, Tier & Landschaft so wertvoll?

Thorsten Franz zieht mehrfach den Vergleich zu den strengen Tierwohl-Vorschriften der großen Bio-Verbände. Man erfährt im Interview neues Hintergrundwissen: Dass der Bienenkönigin in der konventionellen Imkerei häufig die Flügel gestutzt werden, was sie völlig hilflos macht. Dass die Drohnen üblicherweise abgetötet werden, da sie zur Honigleistung nichts beitragen, wohl aber fressen …

Thorsten Franz:

„Als Bio-Imker ist mir vor allem auch das Tierwohl wichtig, d.h.

  1. Die „Beuten“ (=Bienenstöcke) sind aus Naturmaterialien gefertigt.
  2. Um das Volk winterfest zu machen, wird im Herbst ein Teil der Honigernte sowie regionaler Bio-Rübenzucker „zugefüttert“.
  3. Der Auslauf – oder sollte man Ausflug sagen? – findet im Wald und in Umfeld von Bioflächen statt. Diese haben durch die Vielfalt an Beikräutern auch ein wesentlich besseres Pollen- und Nektar-Angebot – gut für den Geschmack. Zu nicht zertrifizierten Flächen achte ich auf 2 km Abstand, das entspricht dem Flugradius der Bienen.
  4. Meine Bienenvölker leben in kleinen Gruppen – so übertragen sich weniger Krankheiten.
  5. Der Königin werden nicht die Flügel beschnitten und auch die männlichen Bienen, die Drohnen, dürfen leben. Die sind auch wichtig für das Wohlfühlklima im Bienensstock. Und auch das kann womöglich die Krankheitsanfälligkeit senken.
  6. Statt mit Chemie behandeln wir Milbenbefall mit Wärme – besser für die Bienen, besser für Mensch und Natur.
  7. Und natürlich werden Honig und Wachs streng kontrolliert.“